Liebe Gemeinde!

Dunkel ist es in ihr geworden, vor bald drei Tagen. Als sie ihn gefangengenommen hatten, da hatte sie sich Sorgen gemacht. Als sie ihm das Kreuz auf den Rücken luden, da war es ihr endgültig klar geworden: Sie werden ihn kreuzigen. Sie werden ihn töten. Ihn, der ihrem Leben die entscheidende Wende gegeben hatte.

Damals, als sie krank war, da hatte er sie angesehen, da hatte er zu ihr gesagt: „Maria, hab keine Angst mehr! Gott hat dich lieb!“ Sie hatte gespürt, wie es in ihr wieder hell wurde, zum ersten Mal seit Jahren. In den folgenden Monaten hatte sie die beste Zeit ihres Lebens. Sie war mit Freunden unterwegs. Sie war mit ihm unterwegs. Sie zogen durch das Land, aßen zusammen. Sie hörte ihm zu, wie er erzählte: „Schon jetzt könnt ihr etwas fühlen von Gottes Reich.“

Ja, sie hatte es gefühlt. Bis vorgestern. Bis er starb. Abseits hatte sie gestanden, mit den anderen beiden Marias. Wie gelähmt fühlte sie sich. Dann sah sie, wie sie ihn endlich vom Kreuz abnahmen und in ein Grab legten. Ein riesiger Stein kam davor. Ruhig, totenstill war es. Wie sie ihn jetzt schon vermisste!

Ganz früh ist sie los, draußen war es noch ganz dunkel. So dunkel wie in ihr drin. Als sie am Grab ankam, erschrak sie bis ins Mark: Der Stein war weg vor dem Grab! Das Grab war leer. Sie konnte es nicht verstehen.

Auch die anderen Jünger konnten ihr nicht helfen. Weggerannt waren sie schließlich. Maria war allein zurückgeblieben. Wieder traten ihr die Tränen in die Augen. Da hörte sie jemanden sprechen: „Frau, warum bist du so traurig?“ Irgendwie kam ihr der Mann bekannt vor. Ob es der Gärtner war? Doch dann fing er wieder an zu sprechen: „Maria!“. Plötzlich erkannte sie ihn, an seiner Stimme, daran, dass es langsam wieder hell wurde in ihr. Dieser Mann ist Jesus! Er lebt!

Dann ist sie losgelaufen und hat es allen erzählt: Jesus lebt, obwohl er gestorben war. Er war wieder bei ihr und gab ihr wieder Mut und Kraft zum Leben. Hell strahlte die Hoffnung in ihr. Endlich konnte sie verstehen, was er damals gesagt hatte: Das Weizenkorn muss sterben, damit es Frucht bringen kann. Nur weil er gestorben ist, konnte Jesus wieder auferstehen. Nur so kann er bei Maria, nur so kann er bei allen Menschen sein. Nur so kann Jesus bei uns sein, kann unsere dunkelsten Stunden hell machen und auch uns zu Ostern etwas spüren lassen von dem, was Maria damals erlebte.

Ihr Pfarrer

Alexander Ulrich

Pfarrer Alexander Ulrich

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