Liebe Gemeindemitglieder

der Wochenspruch für die Osterwoche lautet: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Wie sehr wünschte ich mir, dass wir unsere irdischen Höllen und Todesfallen verschließen könnten. Die schrecklichen Bilder des Bürgerkrieges in Syrien lassen uns erahnen, was die Hölle ist. Wie schwer tun sich Politiker und Diplomaten hierfür einen Schlüssel zu finden, um die Tür des Krieges zu schließen, weil alle ihre eigenen Interessen wie einen Fuß in die Tür stellen:

Assad und die Rebellen, die Russen und die Amerikaner, die Türken und die Kurden, nicht zuletzt auch wir als Export-Weltmeister, wozu auch Militärgüter und Waffensysteme gehören. „Die Hölle, das sind wir selbst“, so sagt es der Lyriker und Dramatiker Thomas Stearns Eliot (1888-1965). Leider bewahrheitet sich dieser Satz allzu oft, sei es auf der großen politischen Bühne, im Nachbarschaftsstreit oder im Streit zwischen Ehepartnern. In uns wird die tiefe Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung wachgerufen, um die Tür des Todes und der Hölle ein‑ und für allemal zu schließen.

Dieser Vers aus der Offenbarung bringt auf den Punkt, was wir als Christen an Ostern feiern: den Auferweckten, den Auferstandenen, den Lebendigen Christus. Auf dieses Geschehen am Ostermorgen gründet sich unsere ganze Hoffnung, denn ohne Ostern bliebe das Leben Jesu eine Episode unter vielen in der Weltgeschichte. Mit Ostern aber wird aus Jesus von Nazareth Jesus, der Christus. Gott bestätigt den Weg Jesu in der Auferweckung. Der Himmel ist aufgeschlossen, der Tod ist überwunden, das Leben behält den Sieg. Dieser lebendige Christus hält den Schlüssel in der Hand, den Schlüssel des Todes und der Hölle. Mit diesem ausdrucksstarken Bild soll die Macht der Versöhnung, die durch Christus gekommen ist, unterstrichen werden.

Ich denke, der Schlüssel, den Christus in Händen hält, der Tod und Hölle aussperrt, verbannt und überwindet, ist nichts anderes als die Liebe: „Die Liebe ist geduldig. Gütig ist sie, die Liebe. Die Liebe ereifert sich nicht. Sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Sie ist nicht taktlos. Sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie ist nicht reizbar. Sie trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht. Aber sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Sie erträgt alles. Sie glaubt alles. Sie hofft alles. Sie hält allem stand.“ (1. Kor. 13, 4-7; Basisbibel)

So wünsche ich uns allen ein frohes Osterfest in Frieden und Versöhnung!

Ihr Pfarrer

Pfr. Martin Schacht

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