Schon wieder werden Pfarrstellen gekürzt. Das habe ich nach dem Bericht in der Zeitung oft gehört. – Und ja, es stimmt! In den nächsten Jahren werden im zum 01. Januar 2020 gebildeten Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg 5,75 von 41,75 Pfarrstellen abgebaut. Das hat drei Gründe:


1. Unsere Kirchengemeinden sind in den letzten Jahren stetig kleiner geworden, im Durchschnitt unseres Kirchenkreises in den Jahren 2005 bis 2017 um 19 %. Wir haben ein Fünftel der Gemeindeglieder verloren. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich fortsetzen.


2. Wir beerdigen mehr Gemeindeglieder, als wir neue taufen, es treten mehr Menschen aus der Kirche aus, als wieder ein und immer noch ziehen mehr evangelische Christen aus unserer Region weg als zu.


3. Die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, werden bald in den Ruhestand eintreten.
Einerseits scheidet dann eine große Anzahl von Kirchensteuerzahlern aus dem Erwerbsleben aus und wird dann keine oder nur noch wenige Kirchensteuern zahlen. Die Finanzmittel unserer Landeskirche werden stark zurückgehen. Das wird auch Einsparungen beim Personal nötig machen.


Andererseits werden auch viele Pfarrerinnen und Pfarrer in Pension gehen. Die Landeskirche rechnet damit, dass pro Jahr 40 Pensionierungen nur 10 Ordinationen gegenüberstehen bei insgesamt 845 Pfarrpersonen im aktiven Dienst.


Allein die zukünftig massiv sinkende Zahl an Pfarrerinnen und Pfarrern zwingt die Landeskirche zum Handeln, damit weiterhin jedes Gemeindeglied eine Pfarrperson in erreichbarer Nähe hat.
Deshalb wurde das Verfahren, wie die Pfarrstellen verteilt werden, geändert. Nun bekommen die Kirchenkreise nach ihrer Größe und der Gemeindegliederzahl einen Anteil der zu finanzierenden und mit Pfarrpersonen zu besetzenden Stellen zugeteilt.


Diese Stellen werden dann nach Kriterien, die die Kirchenkreise selbst festlegen, auf die Gemeinden verteilt. Bei uns sind das die Gemeindeglieder, die Fläche und die Gottesdienststätten (inkl. der Altenheime und KiTas). Pfarrstellenanpassungen werden also nicht mehr in Kassel, sondern im Kirchenkreis beschlossen. Bei uns wurde bei den Änderungen, die in den nächsten sieben Jahren anstehen, darauf geachtet, dass volle Pfarrstellen entstehen, gewachsene Bindungen nach Möglichkeit nicht gekappt werden und die neuen Kirchspiele auch über 2026 hinaus Bestand haben können.
Weiterhin wird eine Pfarrperson für nicht mehr als 1.600 Gemeindeglieder zuständig sein.

Alexander Ulrich

Pfarrer Alexander Ulrich

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