Jeden Mittwoch von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Gemeindehaus Grüner Weg 2 in Bebra

Frauenhilfe auf Reisen

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Am 03. August 2011 unternahm die evangelische Frauenhilfe Bebra mit Gästen eine Busfahrt. Zunächst war unser Ziel die Königsalm bei Nieste, wo wir ein herzhaftes Mittagsmahl zu uns nahmen.

Nachmittags führte uns die Reise durch den Kaufunger Wald nach Schwebda bei Eschwege. Dort erwartete uns die Werranixe, in der wir – bei Kaffee und Kuchen – 1 Stunde über den Werratalsee schipperten.

Nach einem erlebnisreichen Tag erreichten wir gegen 18.00 Uhr wieder unsere Heimat.

Evangelische Frauenhilfe Bebra 1928 – 2009

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Liebe Gemeinde, auf meinem Blatt steht das Wort „Historie“, 80 Jahre + 1 Jahr = 81 Jahre ev. Frauenhilfe in Bebra! Wo soll ich mit dem Erzählen anfangen? Vielleicht bei Eva, Maria und Co? Würde das nicht zu weit führen? Wir säßen dann in 3 Tagen noch hier. Nein, so nicht!
Gehen wir 1800 Jahre voran in das Jahr 1817, am 21. März wurde in Barth an der Ostsee einer ev. Frauenverein gegründet, der sich zur Aufgabe gesetzt hatte aus christlichem Geist, Arme und Kranke in den Häusern zu besuchen und eine Armenschule zu errichten. Dies war der Anfang. Der Barther ev. Frauenverein gilt als ältester kirchlicher Frauenverein auf deutschem Gebiet.

Mit einem großen Schritt gehe ich auf das Ende des 19. Jahrhundert zu. Wenn die letzte deutsche Kaiserin, Auguste Viktoria (1858-1929) von „meinen Verbänden“ sprach, so meinte sie den vaterländischen Frauenverein und den ev. Hülfsverein, auf den später die ev. Frauenhilfe aufgebaut wurde. Ihrer sozialen und warmherzigen Art entsprach es, Aktivitäten zu stützen, die das Wohl der Frauen förderte und ihre kirchliche und religiöse Betreuung förderte. Die Kaiserin hatte den Wunsch, dem ev. kirchlichen Hülfsverein, ein noch stärkeres, bewusst evangelisches Gepräge zu geben. So gründete sie im Jahr 1899 die ev. Frauenhilfe in Deutschland. Die Gründungsfeier im Berliner Schloss stand unter dem Leitwort Matth. 25, Vers 40
„Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Es gründeten sich in vielen Städten und Gemeinden, die ev. Frauenhilfen. So auch in Bebra, 10 Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges, im März 1928. Es kamen 7 Frauen aus unserer Gemeinde mit Schwester (SR) Helene Stöber zusammen. Sie wollten sich gegenseitig helfen, um den Alltag besser zu bewältigen: Frau Brall, Frau Brehm, Frau Eisel, die 2 Schwestern Engel, Frau Lückert und Frau Wittich.

Der kleine Kreis wuchs auf bis zu 30 Frauen heran. Der Nationalsozialismus erlaubte nicht, dass Frauen in christlichen Vereinen waren, deren Männer im öffentlichen Beruf standen. Durch diese Maßnahme blieben viele Frauen weg.
Nach SR Helene kam SR Eliese Braust. Ihr folgte 1942 SR Margarete Ziegler, die nach kurzer Arbeitszeit verstarb. Der Wechsel der verschiedenen Leiterinnen machte sich auch im Mütterverein bemerkbar. Der Kreis wurde immer kleiner, die Not des Krieges traf viele Familien.
Im Oktober 1942 kam Schwester Emilie Fritsch, sie übernahm den zusammengeschrumpften Kreis für ein halbes Jahr – bis April 1943.
Dann kam Schwester Elli Seelbach, um die Kinder-, Jugend- und Frauenarbeit zu übernehmen. Bis zum Ende des Krieges 1945 und auch die Jahre danach, erlebte sie viel Not in den Familien. Nach 1945 wuchs der Kreis. Die Frauen kamen, sehnten sich nach Gemeinsamkeit und Miteinander. 1946 trat der Mütterverein der Deutschen Evangelischen Frauenhilfe bei.

Nach dem Kriegsende setzte die Arbeit der Frauen neu ein, es wurden Strümpfe gestrickt, gestopft, auf der Bahnhofsmission geholfen, Essen ausgeteilt usw. Unsere Kirche wurde wieder aufgebaut. Die Frauen halfen die Kirche zu putzen, Girlanden für den Empfang der Glocken zu winden und als 1949 die Kirche eingeweiht wurde, übernahmen sie die Ausschmückung der Kirche 1950 wurde ein Basar veranstaltet, dessen Erlös 3.000.-DM für die Anschaffung der Orgel bestimmt war.
Altardecken wurden gearbeitet, Feiern und Verlosungen veranstaltet und der Erlös zu Bezahlung der Paramente, Altarbekleidung verbraucht.
Jahresfeste, Feiern, Ausflüge und Gespräche belebten den Kreis und die Zahl der Mitglieder wuchs. Durch das Evangelium, welches alle verband, teilten die Frauen Freud und Leid all die Jahre.

Nach 45 Dienstjahren verabschiedete sich Schwester Elli und ging in den wohlverdienten Unruhestand. Sie blieb bis zu ihrem Lebensende unserer Frauenhilfe in Liebe verbunden. Sie prägte die Frauen der Frauenhilfe und auch uns, damals Kinder und Jugendliche, fürs Leben. Sie verstarb im November 2002. Schwester Elli säte viel Liebe und Lebensweisheit, bis in ihre letzten Lebenstage wurde die Liebe in große Dankbarkeit an sie zurückgegeben. Am 1. Juni 1988 übernahm Frau Hannelore Hildebrandt die Frauenhilfe. Mit ihrem Team führte sie die Arbeit im Sinne und Andenken an Schwester Elli weiter.
Und nun darf ich in die „Ich-Form“ übergehen. Ich versuche in seelsorgerischer Arbeit die Frauen zur geistigen Beweglichkeit zu motivieren. Geistige Impulse sind uns wichtig, wie z.B. die Erarbeitung von Gottesdiensten, Friedensgebeten, Aktion „7 Wochen ohne“, sowie insbesondere die Vorbereitung des Weltgebetstages. Wir waren eine der ersten Gruppen in Deutschland, die den Weltgebetstag seit 1949 feierten. Seit 1960 und 1970 mit den ökumenischen Schwestern.
Aber auch der Dienst am Nächsten gilt als Aufgabe. So konnten wir mit den mennonitischen Geschwistern verschiedene Hilfstransporte nach Russland organisieren, nach der Wende Nov 1989 wochenlang mit den ök. Frauen und der Stadt praktische Hilfe vor dem Rathaus leisten und der Berkaer Frauenhilfe in dieser Zeit Lebenshilfe geben. Mit der Partnergemeinde Wolmirsleben pflegen wir einen jahrzehntelangen Kontakt. Bei der Bebraer Tafel, den Seniorennachmittagen der Frauen- und Wohlfahrtsbunde im Seniorenbeirat unserer Stadt wirken unsere Frauen mit. Und so gibt es noch so manches wo wir mit unserer helfenden Hand präsent sind. Vielleicht werden sich im Laufe der Zeit einige Formen in der Frauenhilfe ändern. Schließlich sind wir Frauen von heute ja auch andere als damals. Aber den Mut, das Vertrauen in die Zukunft aus Gewissheit heraus, von Gott getragen zu sein, haben wir wie sie bewahrt. Dies ist die Wurzel all unseres Tuns. Dies alles ist nur möglich, durch die Treue und Hilfsbereitschaft unserer Frauen all die vielen Jahre. Deshalb zeichnet die ev. Frauenhilfe Deutschland unsere Frauen mit der Treue und Hilfsbereitschaft unserer Frauen mit der Treuebrosche in Gold und Silber aus.
Und nun bitte ich Frau Pfarrerin Köppe um die Ehrung durchzuführen und unsere Frauen nach vorn zum Altar zu kommen, um die Broschen in Empfang zu nehmen.

Ansprache von Hannelore Hildebrandt im Festgottesdienst am 31.05.09