Schaut hin!

So lautet das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentages in diesem Jahr. Normalerweise würden in der Zeit vom 13. bis 16. Mai über 100.000 Menschen nach Frankfurt zum Ökumenischen Kirchentag pilgern und unsere hessische Metropole in ein Glaubenszentrum verwandeln. Doch die Planungen, die vor Corona angelaufen sind, mussten alle überdacht werden und so gibt es jetzt einen ersten Online-Kirchentag mit vielen dezentralen Angeboten.
Schaut hin! Das Motto wurde der Geschichte der Speisung der 5000 entnommen. Es ist kein wirkliches Zitat, sondern eine Interpretation der Geschichte. Jesus hatte die Massen angezogen. Sie waren ihm gefolgt, als er über den See fuhr, um eigentlich einmal Ruhe zu haben. Doch die Menschen folgten ihm um den See und so lehrte er sie. Abends aber wurde Jesus unruhig, denn so viele Leute brauchten nun etwas zu essen. Woher nehmen? Und Jesus bittet die Jünger nachzusehen, was es an Vorräten gibt: Geht und seht nach! Jesus überträgt die Verantwortung an seine Freunde. Doch die Jünger haben lediglich fünf Brote und zwei Fische auftreiben können, die ein Junge bei sich hatte.
„Was ist das für so viele?“ sagen die Jünger resignierend. Keine Chance, das reicht auf keinen Fall!
Schaut hin! Das Kirchentagsmotto ist ein Appell an uns. Wir schauen auf die Geschichte mit Jesus. Aus dem Wenigen wird so viel, dass alle satt werden und noch einiges übrig bleibt. Schaut hin und traut euch damit etwas zu machen.
Ein Kirchentag in Corona-Zeiten? Schaut hin und macht etwas daraus!
Lockdown – Präsenzgottesdienste finden nicht statt – kein Grund Trübsal zu blasen. Schaut hin, was ihr habt und gestaltet etwas daraus.
Unterwegs mit Jesus, da wird der Kopf nicht in den Sand gesteckt. Wir blicken auf unsere Ressourcen und machen das Beste daraus. Wenn alle ihre Ressourcen entdecken und für die Gemeinschaft zur Verfügung stellen, dann besteht Hoffnung, dass es – wie in der Geschichte der Brotvermehrung – für alle reichen wird.
So wünsche ich mir, für mich selbst und für unsere Gemeinde, dass wir hinschauen und auf Entdeckungsreise gehen, unsere Ressourcen entdecken und sie mit anderen teilen, damit wir über diese Krisenzeit gestärkt hinwegkommen. Und wenn der Kirchentag läuft, dann nutzen Sie die Möglichkeiten unserer digitalen Welt, entdecken dort, was Hoffnung macht und unseren Glauben stärkt.

Ihr Pfarrer

Pfarrer Martin Schacht

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.